Spina bifida 


Spina bifida ist eine angeborene Fehlbildung der Wirbelsäule und des Rückenmarks, die während der frühen Embryonalentwicklung entsteht. Dabei schließt sich der Wirbelbogen nicht vollständig, was zu einer Öffnung führt, durch die Teile des Rückenmarks und der Nerven herausragen können. Die Ausprägung und der Schweregrad variieren stark und bestimmen die Art der Beeinträchtigung.


Ursachen und Entstehung


Spina bifida entsteht meist im ersten Schwangerschaftsdrittel, wenn sich das Neuralrohr, der Vorläufer von Gehirn und Rückenmark, nicht vollständig schließt. Folgende Faktoren können das Risiko erhöhen:

  • Mangel an Folsäure bei der Mutter
  • Genetische Veranlagung
  • Umweltfaktoren wie bestimmte Medikamente oder Infektionen in der Schwangerschaft


Formen von Spina bifida


Es gibt mehrere Formen, die je nach Ausmaß der Fehlbildung unterschiedlich verlaufen:

  • Spina bifida occulta: versteckte Form, oft ohne Symptome
  • Meningozele: die Rückenmarkshäute treten durch die Öffnung, Rückenmark selbst ist meist intakt
  • Myelomeningozele: schwerste Form, Rückenmark und Nerven sind beteiligt, meist mit deutlichen neurologischen Ausfällen


Symptome und Auswirkungen


Die Symptome hängen von Lage und Größe der Fehlbildung ab, häufig treten auf:

  • Lähmungen und Gefühlsstörungen der Beine
  • Blasen- und Darmfunktionsstörungen
  • Fehlbildungen der Wirbelsäule oder der Füße
  • Bei Myelomeningozele häufig auch Hydrocephalus (Wasserkopf)


Behandlung und Unterstützung


Spina bifida ist nicht heilbar, aber durch frühzeitige Diagnose und interdisziplinäre Betreuung können Komplikationen reduziert und die Lebensqualität verbessert werden:

  • Operationen zur Schließung der Fehlbildung, meist kurz nach der Geburt
  • Physiotherapie, Ergotherapie zur Förderung der Mobilität
  • Hilfsmittel wie Orthesen, Rollstühle und Blasenmanagement-Systeme
  • Regelmäßige ärztliche Nachsorge und unterstützende Therapien


Vorsorge und Früherkennung


Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichender Folsäure vor und während der Schwangerschaft ist der beste Schutz. Zudem sind pränatale Ultraschalluntersuchungen wichtig, um Spina bifida frühzeitig zu erkennen und eine optimale Versorgung vorzubereiten.